Von der SAP-Tabelle zur Chatbot-Antwort Wie die AI-Funktionen aufgebaut sind
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Was zwischen Ihrer Frage und der Antwort passiert – und warum die Struktur der Funktionen darüber entscheidet, ob ein KI-Assistent in SAP zuverlässig arbeitet.
1. Die Frage hinter der Frage
Abschnitt betitelt „1. Die Frage hinter der Frage“Wer einem KI-Assistenten eine Frage zu SAP stellt, erwartet eine korrekte Antwort. Damit das gelingt, muss der Assistent drei Dinge wissen: wo die Daten liegen, was sie bedeuten und wie er sie gezielt abfragt. Genau diese drei Fragen beantwortet der Aufbau des Milliarum AI Construction Kit.
2. Drei Ebenen – ein durchgängiger Weg
Abschnitt betitelt „2. Drei Ebenen – ein durchgängiger Weg“2.1 Die Datenbasis: das virtuelle Datenmodell von SAP
Abschnitt betitelt „2.1 Die Datenbasis: das virtuelle Datenmodell von SAP“SAP S/4HANA beschreibt seine Geschäftsobjekte in einem virtuellen Datenmodell aus CDS-Views. Ein Kundenauftrag ist dort kein Tabellengewirr, sondern ein klar definiertes Objekt mit sprechenden Feldern: Auftraggeber, Wunschliefertermin, Nettowert, Lieferstatus.
Jede AI-Funktion setzt auf genau einem solchen Objekt auf. Das hat zwei Vorteile: Die Daten sind fachlich konsistent, und sie folgen dem SAP-Standard – auch nach einem Release-Wechsel.
2.2 Die fachliche Einordnung: der SAP-Kategoriebaum
Abschnitt betitelt „2.2 Die fachliche Einordnung: der SAP-Kategoriebaum“Jede Funktion ist über ihren SAP-Komponentenschlüssel eingeordnet, etwa SD-SLS-SO für Kundenaufträge. Der Schlüssel liest sich von links nach rechts wie ein Pfad:
| Teil | Bedeutung |
|---|---|
SD |
Vertrieb (Sales and Distribution) |
SLS |
Verkauf |
SO |
Kundenauftrag (Sales Order) |
So landet jede Funktion in der tiefsten fachlich passenden Kategorie. Für den Assistenten ist das eine Landkarte: Er weiß, dass Fragen zu Aufträgen in den Vertrieb gehören und nicht ins Rechnungswesen.
2.3 Die Bündelung: MCP-Konnektoren/Personas
Abschnitt betitelt „2.3 Die Bündelung: MCP-Konnektoren/Personas“Funktionen, die fachlich zusammengehören, sind in einem MCP-Konnektor bzw. einer Persona gebündelt – standardisierten Schnittstellen, über die KI-Assistenten wie Claude und der Milliarum Chatbot direkt und mit den bestehenden SAP-Berechtigungen auf die Daten zugreifen. Der MCP-Konnektor/die Persona für Verkaufsbelege enthält zum Beispiel 14 Funktionen – von der Kundenanfrage bis zur Lieferplan-Einteilung, jeweils mit Kopf- und Positionssicht.
Maßgeblich für den Zuschnitt ist die fachliche Datenquelle: Was in SAP zusammengehört, bleibt auch in MCP-Konnektor und Persona zusammen. Unzusammenhängende Bereiche werden nicht gemischt – das hält die Auswahl für den Assistenten eindeutig.
3. Eine Frage auf ihrem Weg durch das System
Abschnitt betitelt „3. Eine Frage auf ihrem Weg durch das System“Nehmen wir eine konkrete Frage:
Welche offenen Kundenaufträge haben ihren Wunschliefertermin bereits überschritten?
Schritt 1 – Zuordnen. Der Assistent erkennt: Es geht um Kundenaufträge. Er wählt aus dem MCP-Konnektor/der Persona für Verkaufsbelege die Funktion Kundenauftrag.
Schritt 2 – Übersetzen. „Offen“ wird zu: Gesamtstatus „nicht bearbeitet“ oder „teilweise bearbeitet“. „Überschritten“ wird zu: Wunschliefertermin kleiner als heute. Aus der Alltagssprache entsteht eine präzise SAP-Selektion. Wie das im Detail funktioniert, zeigt der nächste Beitrag dieser Serie.
Schritt 3 – Abfragen. Die Funktion liefert alle passenden Aufträge mit ihren Merkmalen zurück – in unserem Demosystem über 20 Aufträge mit jeweils rund 170 Feldern.
Schritt 4 – Verdichten. Der Assistent liest daraus, was für die Frage zählt: Anzahl, Nettowert, Termine, Auffälligkeiten. Heraus kommt eine Antwort in wenigen Sätzen – zum Beispiel, dass acht identische Aufträge über je 30.000 EUR denselben Wunschtermin tragen und vermutlich eine gemeinsame Ursache haben.
Schritt 5 – Vertiefen. Auf Nachfrage geht der Assistent eine Ebene tiefer: zur Funktion Kundenauftragsposition, um Material und Menge zu zeigen – oder in einen anderen MCP-Konnektor bzw. eine andere Persona, etwa zum Bestand, um zu prüfen, ob die Ware verfügbar ist.
4. Warum dieser Aufbau den Unterschied macht
Abschnitt betitelt „4. Warum dieser Aufbau den Unterschied macht“- Nachvollziehbarkeit: Jede Antwort lässt sich auf eine konkrete SAP-Funktion und eine konkrete Selektion zurückführen.
- Verlässlichkeit: Der Assistent arbeitet auf dem SAP-Standardmodell, nicht auf nachgebauten Tabellen.
- Sicherheit: Alle Funktionen sind lesend und respektieren die SAP-Berechtigungen des Anwenders.
- Skalierbarkeit: Neue Fachbereiche kommen als weitere MCP-Konnektoren/Personas dazu, ohne dass bestehende sich ändern.
5. Was der Assistent nicht selbst erfinden muss
Abschnitt betitelt „5. Was der Assistent nicht selbst erfinden muss“Ein häufiger Einwand gegen KI in ERP-Systemen lautet: „Der Assistent weiß doch gar nicht, was unsere Felder bedeuten.“ Genau das muss er beim Construction Kit auch nicht raten. Jede Funktion bringt ihre fachliche Beschreibung und die Bedeutung ihrer Felder mit. Der Assistent übersetzt nur noch zwischen Ihrer Sprache und der Sprache von SAP.
Ergebnisse hängen dabei weiterhin von Datenstand, Pflegequalität und Berechtigungen ab und sollten bei kritischen Sachverhalten im SAP-Quellsystem verifiziert werden.
